Was hat eine Zeltstange mit deinem Rücken zu tun?

 

Wenn du schon mal ein Zelt aufgebaut hast, weißt du, dass die Zeltstangen sehr flexibel sind und wenn man sie biegt, viel Spannung entsteht. Umgekehrt verhält es sich genauso. Wenn viel Spannung oder Druck einwirkt, biegt sich die Zeltstange.

Was das jetzt mit unserem Rücken zu tun hat erfährst du hier im Video 🙂 :

 

Advertisements

Sitzen sie auf Ihrem Geld!

Umgangssprachlich sagt man dass jemand auf seinem Geld sitzt, wenn derjenige übertrieben sparsam, oder gar geizig ist. In diesem Beitrag geht es aber nicht darum wieviel Geld jemand für was auch immer ausgeben soll, sondern um Ihren Körper, der ohnehin unbezahlbar ist 🙂 !FB_IMG_1450175055096Beim Essen, oder auch am Behandlungsstuhl beim Zahnarzt auf der Geldtasche zu sitzen, kommt bei manchen Männern häufig vor. In den Geldtaschen befindet sich meist nicht nur Papiergeld, sondern auch Münzen, Kredit-, Bankomat- und Visitenkarten und nicht selten noch Fotos von der Frau, den Kindern und auch Haustieren (selten auch von der Schwiegermutter 🙂 ) wodurch die Geldtasche eine beachtliche Dicke erreicht.

Sitzt man(n) nun mit einer Gesäßhälfte darauf, wie auf dem Foto zu sehen, verschiebt sich das Becken und die Wirbelsäule macht eine Skoliose. In der Folge verkürzt sich der Oberkörper auf der Seite wo sich die Geldtasche befindet und es kommt zu einer Druckbelastung der biegenahen und einer Zugbelastung der biegefernen Seite der Wirbelsäule. Auch das, vor allem bei Frauen beliebte sitzen mit überschlagenen Beinen, oder sitzen auf schiefem Untergrund hat einen ähnlichen Effekt, wie auf dem unteren Bild zu sehen ist. Wird häufig so gesessen, werden die dadurch entstehenden „Muster“ strukturell übernommen und es kommt aufgrund der einseitigen Dauerbelastungen zu einer Vielzahl von orthopädischen Problemen. Verspannungen, Verkürzungen, Rücken- und Gelenksbeschwerden sind häufig die Folgen.

4da7ee4e3

Das Ganze geht soweit, dass es sich sogar auf das Kiefergelenk auswirkt und die Zähne beim kauen nur noch auf der erhöhten Seite Kontakt haben. Das kann langfristig zu Kiefergelenksproblemen und Zahnbeschwerde führen. Beim Zahnarzt vergleicht man immer wieder Bissstellen der aufeinandertreffenden Zähne, wenn man eine neue Füllung bekommt und gibt an, ob die Kauleiste auch gleichmäßig schließt. Manche Zahnärzte kontrollieren die Bissstellen auch mit Blaupapier, damit der Kontakt der aufeinandertreffenden Zähne im Ober- und Unterkiefer auch wirklich satt ist und es nicht zu Problemen kommt, wenn ein Zahn ins Leere beißt. Wenn aber nicht gleichmäßig, sondern einseitig, oder eben auf einer dicken Geldbörse auf dem Behandlungsstuhl gesessen wird, ist dieser Verglich zwar gut gemeint, aber leider nicht sehr aussagekräftig.

Testen Sie es doch gleich einmal selbst! Holen Sie sich ein ca. 2 cm dickes Buch und legen es vor sich auf dem Tisch ab, damit sie den Verglich direkt durchführe können. Setzten Sie sich mal zuerst ohne Buch möglichst gleichmäßig auf ihren Stuhl. Öffnen und schließen Sie Ihren Mund mehrmals und überprüfen dabei die Kontaktstellen von Ober- und Unterkiefer der linken und rechten Zahnreihe, wenn Sie den Mund schließen. Wahrgenommen? Dann setzten Sie sich mit einer Gesäßhälfte auf das Buch und Vergleichen wieder! Notfalls können Sie sich auch auf Ihre Hand setzen, aber achten Sie darauf Ihren Körper dadurch nicht zu sehr zu verdrehen. Und, merken Sie den Unterscheid? Die Seite unter der das Buch, oder Ihre Hand liegt hat nun früher Kontakt und die andere beißt ins Leere.

Auch Absatzschuhe verschieben die Bissstellen im Kiefer. Diese wandern aber nicht zur Seite wie beim einseitigen Sitzen, sondern nach vorne Richtung Schneidezähne. Wenn Sie also das nächste Mal in Absatzschuhen, stehend beim Schnellimbiss einen (meist ungesunden 🙂 ) Snack zu sich nehmen, bedenken Sie, dass sich dieser nicht nur ungünstig auf Ihre Figur, sondern auch auf Ihr Kiefergelenk auswirken kann.

Die Körperstruktur verschiebt sich wenn das darunter liegende Fundament nicht natürlich integriert und aus dem Gleichgewicht geraten ist. So entsteht bei einem asymmetrischen Stand eine Beinlängendifferenz, was zum Absinken einer Beckenseite führt und eine funktionelle Skoliose verursacht. Diese kann aber durch einnehmen einer symmetrischen Standposition wieder aufgehoben werden, zum Unterschied zu einer strukturellen (dauerhaften) Skoliose, die nicht durch eine Änderung der Standposition aufgehoben werden kann. Der Körper richtet sich nach seinen darunterliegenden Strukturen aus. Wenn ihm Unterstützung von unten und Auftrieb fehlen – kollabiert, verkürzt und rotiert er zu einer Seite, oder eben nach unten.

Es kann aber auch eine „darüberliegende“ Etage des Körpers für ein Ungleichgewicht sorgen. Wenn die Knie beispielsweise verdreht sind und sich dadurch das Fußgewölbe absenkt. Diese Verdrehung kann wiederum aus der Hüfte kommen und auch durch ein zu stark gekipptes Becken begünstigt werden. Oder wenn die Füße sehr außenrotiert sind, was an verkürzten Hüftrotatoren liegen kann. Diese Tatsachen werden leider von vielen Orthopäden, Therapeuten, Bandagisten und sonstigen Fuß- und Laufanalysten nicht zur Kenntnis genommen, oder ignoriert. Einerseits weil der Blick nur auf das Spezialgebiet – in diesem Fall also die Füße – gerichtet ist, andererseits einfach die Zusammenhänge nicht bewusst sind. Hier fehlt ganz einfach Wissen um das Zusammenspiel und den gegenseitigen Einfluss der einzelnen Körperteile. So werden vielen Patienten in der Folge Senk-, Spreiz- und Plattfüße diagnostiziert und Einlagen verschrieben. Diese lösen aber leider nicht das Problem, sondern verstärken es oftmals, denn das liegt ja an ganz anderer Stelle.
Sitzen Sie also nicht auf Ihrem Geld, sondern geben es für gute Schuhe ohne Absatz und ES-Body Faszien Behandlungen aus! Dadurch kommen Sie wieder ins Gleichgewicht und bleiben entspannt 🙂 !

Rundrücken – ein Zeichen für Modebewusstsein?

Beim Einkaufen kann man ja allerhand neues und spannendes sehen. Ich habe jedoch viel mir schon bekanntes, und eher verspanntes beobachtet 🙂 ! In diesem Beitrag geht es um den Rücken, und wie er bei vielen Mitmenschen und sogar Schaufensterpuppen geformt ist.

Wie Sie auf den Bildern sehen können, ist der Rundrücken anscheinend gerade sehr in Mode! Viele Menschen gehen ja mit der Zeit und haben sich einen solchen zugelegt, nur leider auch alle Konsequenzen die dieser mit sich bringt. Schaufensterpuppen symbolisieren das gängige Idealbild, zumindest meint das die Modeindustrie und präsentiert darauf die aktuelle Mode (ich habe diese für das Foto mal kurz ausgezogen 🙂 ). Viele Menschen nehmen diese Meinung an und streben nach den gezeigten Vorgaben.

          schaufensterpuppe1         schaufensterpuppe2

Wenn ich die Bilder so betrachte möchte ich am liebsten sofort meine Liege holen und gleich zu behandeln beginnen. Bei den Skulpturen ist das Brustbein total eingefallen, da der Bauch stark daran zieht. Das hat zur Folge, dass die ganze Vorderseite ziemlich in sich zusammen sinkt und der Kopf viel zu weit vorne steht. Die Atmung kann bei so einer Körperstruktur nur noch sehr oberflächlich sattfinden und versorgt den Körper unzureichend mit Sauerstoff. Mit solch einer Struktur kann man sich nicht geschmeidig und entspannt bewegen und ist weder spontan noch flexibel.

War der Rundrücken früher ein Zeichen für Alter und jahrelange körperliche Arbeit, ist er heute schon bei jugendlichen sehr häufig zu sehen. Es ist leider keine Seltenheit mehr das bereits bei 14 – 18 jährigen massive Haltungsschäden, ausgelöst durch Fehlhaltungen vorliegen und sie regelmäßig an Rückenschmerzen leiden. Heutzutage liegt es jedoch nicht mehr an der körperlichen Arbeit, sondern meist am genauen Gegenteil – der Inaktivität! Playstation, Fernsehen, Internet und „sozial Networks“ aller Art, sorgen dafür, dass oft nur noch die Daumen bewegt werden um zu tippen, den Controller zu bedienen, oder den Sender zu wechseln.

Einige Zeitgenossen haben auch einen „athletischen“ oder antrainierten Rundrücken (Blogartikel: Mythos Sixpack), welcher durch ein Training der Bauchmuskulatur aktiv erzeugt, oder verstärkt wird. Meist des Status wegen, manchmal aber auch wegen der „angeblich“ positiven Auswirkungen bei Rückenbeschwerden, oder um diesen vorzubeugen. Oftmals wird auch auf Anraten von Ärzten, Therapeuten und Trainer ein Bauchmuskeltraining empfohlen um die Haltung zu verbessern. Das ist aber aus anatomischer Sicht nicht möglich! Der gerade Bauchmuskel ist ein Beuger. Wenn sie einen Beuger trainieren kann er eines besser, nämlich beugen! Er wird ihnen somit niemals dabei helfen können ihren Körper aufzurichten. Dazu ist er aufgrund seiner Ursprung- und Ansatzpunkte einfach nicht in der Lage. Vielmehr wird das gutgemeinte Training den Rundrücken und die daraus resultierenden Beschwerden langfristig noch verstärken.

Wird der gerade Bauchmuskel angespannt, flacht die Lendenlordose ab und das Becken kippt nach vorne. Dasselbe geschieht dauerhaft, wenn dieser verkürzt und der Oberkörper dadurch in sich kollabiert ist. In dieser Position sind die Facettengelenke nicht mehr so gut in der Lage Druck abzuleiten. Die Bandscheiben werden zusätzlich mit Scherkräften belastet und die Wirbelsäule verliert aufgrund des Schwingungsverlustes ihre Dämpfungsfunktion in diesem Bereich. Es kommt zur Bildung eines Rundrückens, der Kopf schiebt sich nach vorne und die Schwerkraft zieht an dem aus dem Lot geratenen Körper. Und das führt früher oder später zu Beschwerden, die sich nicht nur auf den Rücken beschränken!

schaufensterpuppe3

Auf diesem Bild können Sie einen „athletischen Rundrücken“ sehen, und was mit der Vorderseite des Körpers geschieht wenn die Bauchmuskulatur zu sehr daran zieht. Viele von ihnen werden jetzt denken „Na klar, es muss auch ein Rückentraining absolviert werden“! Doch auch das richtet entgegen langläufiger Meinung den Körper weder auf, noch führt es zu Entlastungen. Es sorgt vielmehr für zusätzlich Spannung! Da jetzt nicht nur von vorne, sondern auch hinten an der Wirbelsäule gezogen wird. Das Ergebnis ist, dass diese zur Seite ausweicht und bei so manchem eine ansehnliche Skoliose bildet.

Auch Dehnübungen werden gerne verordnet um den Körper mehr Länge und Entspannung zu geben. Das funktioniert aber auch nicht, weil die myofaszialen Strukturen mit Gegenspannung reagiernen, sobalb entsprechend an ihnen gezogen wird. Es ist bei täglicher Ausführung der klassischen Dehnübungen zwar mit einer minimalen Erweiterung des Bewegugsradius zu rechen, diese ist aber eher auf ein Verschieben der Schmerztoleranz zurückzuführen. Sobald die Dehnübungen ein paar Tage nicht gemacht werden ist wieder ein rascher und deutlicher Rückgang festzustellen.

Mobilisierungsübungen machen zwar Sinn, helfen jedoch auch nicht gegen den Rundrücken. Mobilisieren sorgt für eine bessere Versorgung der bewegten Strukturen und durch diese Bewegungen löst sich manchmal auch ein wenig Muskeltonus (Muskelspannung). Strukturell und nachhaltig ändert sich dadurch jedoch nichts und deshalb kommen auch die Spannungsmuster rasch wieder. Es wird eben nur das Symptom und nicht die Ursache bearbeitet.

Was hilft aber nun wirklich?

Bewegung – aber nicht irgendwie, sondern funktional! Das wichtigste ist Bewegungsmuster in den Alltag zu integrieren bei denen die Vorderseite beim Bewegen lang bleibt, um so Verkürzungen vorzubeugen. Wir nennen das, sich in der Zick–Zack–Linie bewegen (Buchtipp: http://www.amazon.de/Die-Zick-Zack-Linie-Einfach-funktional/dp/3732270998). Dieses Bewegungsmuster lernen Klienten in der sechsten ES – Body Sitzung. Dadurch wird verhindert dass mit rundem Rücken gehoben und das Becken Richtung Brustkorb hochgezogen wird. Der Oberkörper hat somit seine volle Länge. Und wenn wir uns regelmäßig so bewegen, können sich keine Verkürzungen und Verklebungen mehr bilden. Wenn sich diese schon gebildet haben, kann ihnen eine Faszien Behandlung helfen. Dabei werden Verkürzungen, Verklebungen und Verspannungen nachhaltig gelöst. Ihr Körper wird sozusagen „befreit“ und richtet sich dadurch wieder auf.

Ich möchte ihnen aber auch eine exzellente Übung ans Herz legen mit der sie jetzt gleich starten können, um mehr Flexibilität in ihre Wirbelsäule bringen.

Die Raupe an der Wand:

Zum Thema Rundrücken und was man dagegen machen kann gibt es ja viele Meinungen. Bilden Sie sich ihre eigene! Probieren Sie Sachen aus und hören Sie auf ihren Körper. Nur weil etwas alle anderen machen, oder es der Herr Doktor gesagt hat, muss es deshalb nicht richtig sein. Machen Sie sich ihrer eigenen Gedanken und stellen sie ruhig mal etwas in Frage, denn:

„Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Strom“ 🙂 !