Was hat eine Zeltstange mit deinem Rücken zu tun?

 

Wenn du schon mal ein Zelt aufgebaut hast, weißt du, dass die Zeltstangen sehr flexibel sind und wenn man sie biegt, viel Spannung entsteht. Umgekehrt verhält es sich genauso. Wenn viel Spannung oder Druck einwirkt, biegt sich die Zeltstange.

Was das jetzt mit unserem Rücken zu tun hat erfährst du hier im Video 🙂 :

 

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Bist du Skispringer?- oder wieso du keinen Hintern in der Hose hast!

Wenn du kein Skispringer bist ist diese Haltung nicht nur nicht sinnvoll, sondern führt meist früher, als später zu allerhand Problemen. Besonders die Rückseite ist davon betroffen, da ihr die Unterstützung der darunter liegenden Strukturen fehlt. Das führt zum ständigen Kampf mit der Schwerkraft, welcher sich aufgrund der durch diese Haltung vergrößerten Hebel, große Angriffsflächen bieten. Außerdem hast durch das aufgerichtete Becken keine Hintern in der Hose 🙂

Es reicht also nicht auf Zack zu sein, du musst auf Zick-Zack sein! 😉

Aber schau selbst….

Die ES Methode

 

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Für alle die sich schon mal gefragt haben:

Warum sollte ich eine ES-Body Faszien Behandlungen machen?

Was unterscheidet ES von anderen Behandlungsmethoden?

Ist das nicht eine Massage, oder sowas?

Hier eine kurze Erklärung was den Unterschied zu anderen Methoden ausmacht und warum nur ganzheitlich langfristig Erfolg hat und symptomorientierten Methoden weit überlegen ist.

Die tägliche Körperpflege 1 – BODY!

Was war zuerst da: Das Huhn, oder das Ei?

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Genauso könnte man Fragen: Führt ein psychisch überlasteter, unausgeglichener Körper zu verspannten, verklebten und verkürzten Faszien? Oder begünstigt ein physisch angespannter, unbeweglicher, aus dem Gleichgewicht geratener Körper eine psychische Überlastung?

Es gibt eine Menge Ursachen die einen Körper aus dem Gleichgewicht bringen können! Einerseits sind es mentale Unausgewogenheit wie Stress, Ärger, Reizüberflutung, negativ Nachrichten und dergleichen. Andererseits führen eine ungesunde Lebensweise, der Konsum unterschiedlichster sogenannter „Genussmittel“ und körperliche Beschwerden – ausgelöst durch Über- oder Fehlbelastungen – zu einem Ungleichgewicht mit entsprechenden Folgen (siehe Bild 😦 ).

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Dieser Teil beschäftigt sich mit der physischen, also körperlichen Ebene. Unter Körperpflege verstehen die meisten Menschen Dinge, die die körperliche Hygiene betreffen. Beispielsweise Zähneputzen, Duschen, Haare kämmen, regelmäßig die Kleidung wechseln usw. All das sind natürlich wichtige Tätigkeiten, die bei Vernachlässigung zu sozialer Vereinsamung, bis hin zu Krankheiten führen können. Doch was ist mit der Pflege unserer Organe, Knochen Muskeln und Faszien?

Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistet der Konsum vollwertiger „Lebensmittel“, sowie ausreichende und regelmäßige Bewegung.

Wenn wir unseren Körper im erhöhten Maße beanspruchen, müssen wir auch für einen mentalen und körperlichen Ausgleich durch Entspannung im erhöhten Maße sorgen. Alles andere ist ein Spiel auf Zeit! Die Rechnung für ein Ungleichgewicht kommt, früher oder später. Manche Menschen bekommen starke physische (körperliche) Beschwerden wie Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, oder Beklemmungsgefühle, die dann auch chronisch (dauerhaft) vorhanden sein können. Auch lebensbedrohliche Herz- Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Arteriosklerose) steigen mit einer unausgeglichenen Lebensweise, beziehungsweise werden erst durch diese verursacht.

Sehr häufig werde ich von Klienten nach den ES- Body Sitzungen gefragt, wie viel an Zeit für Bewegung und Übungen sie denn mindestens investieren müssen, damit die spür- und sichtbaren Effekte nicht mehr verloren gehen? Ich gebe auf solche Fragen meist eine nicht ganz befriedigende Antwort für den Fragesteller, sondern stelle eine Gegenfrage: Wie viel an Zeit verbringen sie denn mit Tätigkeiten und in Positionen, die nicht optimal für Ihren Körper sind?

Das wichtigste ist nicht, jeden Tag eine halbe Stunde oder Stunde irgendwelche Übungen zu machen, und zu meinen damit ist die Welt wieder in Ordnung. Viel wichtiger ist es das Bewegungsmuster übernommen und in den Alltag integriert werden. Dass man die Dinge die man ohnehin macht, gleicht richtig macht. (Stichwort Ballengang und Zickzacklinie!)

Natürlich macht es Sinn, für Regionen die im beruflichen Alltag zu kurz kommen und in denen somit Defizite bestehen, die eine oder andere Bewegungsübung einzubauen. Dadurch können die Sitzungseffekte sogar noch weiter ausgebaut werden.

Wie viel Zeit der einzelne dafür aufwenden soll, kommt ganz auf die individuellen körperlichen Voraussetzungen an und welches Ziel verfolgt wird. Je mehr einseitige und ungünstige Belastungen und Dauerpositionen in Beruf und Freizeit, desto mehr Bedarf für Ausgleich ist gegeben!

Viele meinen auch wenn man älter wird ist Bewegung nicht mehr so wichtig, oder sie hätten sich in ihrem Leben schon genug bewegt. Und das es ab einem gewissen Alter ganz normal sei das es da und dort zwickt, und das es halt nicht mehr so geht wie noch vor Jahren. Ich vergliche das gerne mit einer hygienischen Maßnahme, um nochmal an den Titel dieses Beitrags anzuknüpfen.

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Das ist so wie mit dem Zähneputzen! Da reicht es auch nicht aus, sich nur das halbe Leben lang täglich die Zähne zu putzen und dann zu sagen: „Ich habe in meinem Leben schon genug Zähne geputzt“. Wenn wir gesunde und gepflegte Zähne ohne Schmerzen haben möchten, müssen wir jeden Morgen, und vor dem Schlafengehen Zähneputzen.

Pflegen Sie täglich Ihren Körper mit hochwertigem Essen und ausreichend funktionaler Bewegung. Und wenn Sie Monate und Jahre des täglichen „Übens“ überspringen möchten und sich etwas besonders Gutes tun wollen – buchen Sie eine ES- Body Faszienbehandlung! Dadurch kommen Sie gleich in den Genuss von spür- und sichtbaren Effekten 🙂

Mehr Info unter www.es-body.at

 

 

 

Rundrücken – ein Zeichen für Modebewusstsein?

Beim Einkaufen kann man ja allerhand neues und spannendes sehen. Ich habe jedoch viel mir schon bekanntes, und eher verspanntes beobachtet 🙂 ! In diesem Beitrag geht es um den Rücken, und wie er bei vielen Mitmenschen und sogar Schaufensterpuppen geformt ist.

Wie Sie auf den Bildern sehen können, ist der Rundrücken anscheinend gerade sehr in Mode! Viele Menschen gehen ja mit der Zeit und haben sich einen solchen zugelegt, nur leider auch alle Konsequenzen die dieser mit sich bringt. Schaufensterpuppen symbolisieren das gängige Idealbild, zumindest meint das die Modeindustrie und präsentiert darauf die aktuelle Mode (ich habe diese für das Foto mal kurz ausgezogen 🙂 ). Viele Menschen nehmen diese Meinung an und streben nach den gezeigten Vorgaben.

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Wenn ich die Bilder so betrachte möchte ich am liebsten sofort meine Liege holen und gleich zu behandeln beginnen. Bei den Skulpturen ist das Brustbein total eingefallen, da der Bauch stark daran zieht. Das hat zur Folge, dass die ganze Vorderseite ziemlich in sich zusammen sinkt und der Kopf viel zu weit vorne steht. Die Atmung kann bei so einer Körperstruktur nur noch sehr oberflächlich sattfinden und versorgt den Körper unzureichend mit Sauerstoff. Mit solch einer Struktur kann man sich nicht geschmeidig und entspannt bewegen und ist weder spontan noch flexibel.

War der Rundrücken früher ein Zeichen für Alter und jahrelange körperliche Arbeit, ist er heute schon bei jugendlichen sehr häufig zu sehen. Es ist leider keine Seltenheit mehr das bereits bei 14 – 18 jährigen massive Haltungsschäden, ausgelöst durch Fehlhaltungen vorliegen und sie regelmäßig an Rückenschmerzen leiden. Heutzutage liegt es jedoch nicht mehr an der körperlichen Arbeit, sondern meist am genauen Gegenteil – der Inaktivität! Playstation, Fernsehen, Internet und „sozial Networks“ aller Art, sorgen dafür, dass oft nur noch die Daumen bewegt werden um zu tippen, den Controller zu bedienen, oder den Sender zu wechseln.

Einige Zeitgenossen haben auch einen „athletischen“ oder antrainierten Rundrücken (Blogartikel: Mythos Sixpack), welcher durch ein Training der Bauchmuskulatur aktiv erzeugt, oder verstärkt wird. Meist des Status wegen, manchmal aber auch wegen der „angeblich“ positiven Auswirkungen bei Rückenbeschwerden, oder um diesen vorzubeugen. Oftmals wird auch auf Anraten von Ärzten, Therapeuten und Trainer ein Bauchmuskeltraining empfohlen um die Haltung zu verbessern. Das ist aber aus anatomischer Sicht nicht möglich! Der gerade Bauchmuskel ist ein Beuger. Wenn sie einen Beuger trainieren kann er eines besser, nämlich beugen! Er wird ihnen somit niemals dabei helfen können ihren Körper aufzurichten. Dazu ist er aufgrund seiner Ursprung- und Ansatzpunkte einfach nicht in der Lage. Vielmehr wird das gutgemeinte Training den Rundrücken und die daraus resultierenden Beschwerden langfristig noch verstärken.

Wird der gerade Bauchmuskel angespannt, flacht die Lendenlordose ab und das Becken kippt nach vorne. Dasselbe geschieht dauerhaft, wenn dieser verkürzt und der Oberkörper dadurch in sich kollabiert ist. In dieser Position sind die Facettengelenke nicht mehr so gut in der Lage Druck abzuleiten. Die Bandscheiben werden zusätzlich mit Scherkräften belastet und die Wirbelsäule verliert aufgrund des Schwingungsverlustes ihre Dämpfungsfunktion in diesem Bereich. Es kommt zur Bildung eines Rundrückens, der Kopf schiebt sich nach vorne und die Schwerkraft zieht an dem aus dem Lot geratenen Körper. Und das führt früher oder später zu Beschwerden, die sich nicht nur auf den Rücken beschränken!

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Auf diesem Bild können Sie einen „athletischen Rundrücken“ sehen, und was mit der Vorderseite des Körpers geschieht wenn die Bauchmuskulatur zu sehr daran zieht. Viele von ihnen werden jetzt denken „Na klar, es muss auch ein Rückentraining absolviert werden“! Doch auch das richtet entgegen langläufiger Meinung den Körper weder auf, noch führt es zu Entlastungen. Es sorgt vielmehr für zusätzlich Spannung! Da jetzt nicht nur von vorne, sondern auch hinten an der Wirbelsäule gezogen wird. Das Ergebnis ist, dass diese zur Seite ausweicht und bei so manchem eine ansehnliche Skoliose bildet.

Auch Dehnübungen werden gerne verordnet um den Körper mehr Länge und Entspannung zu geben. Das funktioniert aber auch nicht, weil die myofaszialen Strukturen mit Gegenspannung reagiernen, sobalb entsprechend an ihnen gezogen wird. Es ist bei täglicher Ausführung der klassischen Dehnübungen zwar mit einer minimalen Erweiterung des Bewegugsradius zu rechen, diese ist aber eher auf ein Verschieben der Schmerztoleranz zurückzuführen. Sobald die Dehnübungen ein paar Tage nicht gemacht werden ist wieder ein rascher und deutlicher Rückgang festzustellen.

Mobilisierungsübungen machen zwar Sinn, helfen jedoch auch nicht gegen den Rundrücken. Mobilisieren sorgt für eine bessere Versorgung der bewegten Strukturen und durch diese Bewegungen löst sich manchmal auch ein wenig Muskeltonus (Muskelspannung). Strukturell und nachhaltig ändert sich dadurch jedoch nichts und deshalb kommen auch die Spannungsmuster rasch wieder. Es wird eben nur das Symptom und nicht die Ursache bearbeitet.

Was hilft aber nun wirklich?

Bewegung – aber nicht irgendwie, sondern funktional! Das wichtigste ist Bewegungsmuster in den Alltag zu integrieren bei denen die Vorderseite beim Bewegen lang bleibt, um so Verkürzungen vorzubeugen. Wir nennen das, sich in der Zick–Zack–Linie bewegen (Buchtipp: http://www.amazon.de/Die-Zick-Zack-Linie-Einfach-funktional/dp/3732270998). Dieses Bewegungsmuster lernen Klienten in der sechsten ES – Body Sitzung. Dadurch wird verhindert dass mit rundem Rücken gehoben und das Becken Richtung Brustkorb hochgezogen wird. Der Oberkörper hat somit seine volle Länge. Und wenn wir uns regelmäßig so bewegen, können sich keine Verkürzungen und Verklebungen mehr bilden. Wenn sich diese schon gebildet haben, kann ihnen eine Faszien Behandlung helfen. Dabei werden Verkürzungen, Verklebungen und Verspannungen nachhaltig gelöst. Ihr Körper wird sozusagen „befreit“ und richtet sich dadurch wieder auf.

Ich möchte ihnen aber auch eine exzellente Übung ans Herz legen mit der sie jetzt gleich starten können, um mehr Flexibilität in ihre Wirbelsäule bringen.

Die Raupe an der Wand:

Zum Thema Rundrücken und was man dagegen machen kann gibt es ja viele Meinungen. Bilden Sie sich ihre eigene! Probieren Sie Sachen aus und hören Sie auf ihren Körper. Nur weil etwas alle anderen machen, oder es der Herr Doktor gesagt hat, muss es deshalb nicht richtig sein. Machen Sie sich ihrer eigenen Gedanken und stellen sie ruhig mal etwas in Frage, denn:

„Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Strom“ 🙂 !

Sind sie wirtschaftlich?

Seien sie heute mal nicht wirtschaftlich, sondern möglichst vielfältig! (aber zeigen sie diesen Blogbeitrag auf keinen Fall ihrem Chef 🙂 ).

Mit wirtschaftlich bezeichnet man die Effizienz, im Sinne einer Kosten–Nutzen–Relation. Das Ziel ist, mit einem möglichst geringen Aufwand einen bestimmten Ertrag zu erreichen, oder mit einem bestimmten Aufwand einen möglichst großen Ertrag. Die Wirtschaftlichkeit kann also mit der Formel, Ertrag durch Aufwand berechnet werden.

Bezogen auf unsere Arbeit oder andere Tätigkeiten bedeutet dass, in gleicher Zeit effizienter (also mehr) zu arbeiten. Möglich wird das indem wir etwas oft und immer wieder gleich machen. Dadurch ökonomisiert sich die Bewegung und der Ablauf kann schneller und sicherer ausgeführt werden. Das ist zwar gut für den Arbeitsablauf und die Qualität, aber schlecht für denjenigen der diesen Ablauf immer wieder gleich ausführt. Unser Körper ist ein Meister der Ökonomisierung, und es macht ja auch viel Sinn dass wir mit der Übung immer besser werden. Früher hatten die besten Jäger und Krieger ihre höchste Trefferquote mit dem Bogen, Schleudern oder Speeren, wenn sie einige Jahre Erfahrung damit gemacht hatten. Sie wurden durch das ständige Anwenden immer besser und konnten Entfernungen, Flugbahn und den Wind besser einbeziehen und somit mehr Beute machen. Üben macht also wie das Sprichwort schon sagt, den Meister. Zum Problem kann das aber zum Beispiel am Arbeitsplatz werden, wenn dort sehr viel Zeit mit gleichen Abläufen und langen Dauerpositionen verbracht wird.

Für ein Unternehmen bedeutet Wirtschaftlichkeit, Gewinne einzufahren und konkurrenzfähig zu sein. Was ja auch die Voraussetzung ist, um sichere Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Fließband – und Akkordarbeit gehören für Firmen die etwas Produzieren zu den wirtschaftlichsten Methoden um Geld zu verdienen. Allerdings auf Kosten der Arbeiter, denn diese führen oftmals mehr als hundertmal täglich dieselbe ausschnittsweise Bewegung aus. Der Körper reagiert darauf auf Dauer mit Übelastungserscheinungen, wie zum Beispiel Sehnenentzündungen und Rücken – und Gelenksbeschwerden.

Young man with back pain in the red zone

Auch wenn im Büro gearbeitet und den ganzen Tag vor dem Computer gesessen wird, hinterlässt das Spuren. Es werden durch das ständige wiederholen von Abläufen und ungünstigen Dauerpositionen, Muster im Körper gebildet und diese dann strukturell übernommen. Erkennbar bei vielen Menschen an Verkürzungen von Körperseiten, Beckenschiefständen, Rotationen und vielem mehr.

Sie denken sich jetzt vielleicht – „Mit irgendeiner Arbeit muss ich mir ja mein Geld verdienen“ – und Sie haben natürlich Recht! Sie können sich zwar ihren Arbeitsplatz mehr oder weniger aussuchen, wenn Sie über die nötigen Qualifikationen verfügen. Aber fast an jedem Arbeitsplatz finden sich ungünstige und immer wiederkehrende Bewegungen, oder mindestens genauso schlimm, ungünstige Dauerpositionen. Umso wichtiger ist es, sich nicht auch noch in seiner Freizeit mit ähnlichen, oder „immer wieder gleichen“ Abläufen zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang habe ich in den letzten Jahren sehr häufig – „zum Ausgleich gehe ich laufen“, oder „zum Ausgleich fahre ich mit dem Fahrrad“ von meinen Klienten gehört. Wenn jemand den ganzen Tag vor dem Computer am Schreibtisch, oder im Auto sitzt und dann in seiner Freizeit zum Ausgleich auf dem Rad, ist das eine sehr ungünstige Alternative. Es ist zwar Bewegung und wenn draußen gefahren wird auch an der frischen Luft. Aber es wird dabei auch nur wenig der gesamten körperlichen Möglichkeiten benutzt, führt aufgrund der Einseitigkeit zu neuen Mustern und verstärkt im Oberkörper sogar die bestehenden. Mehr dazu, und was der bessere Ansatz ist, können sie im Blogbeitrag: „Sport versus Bewegung“ lesen.

Man kann typische Alltagstätigkeiten auch mal von der andern Seite angehen, oder die Dinge in die andere Hand nehmen :-). Gemeint ist damit, dass sie versuchen sollten die Hand, das Bein, oder die Seite, für gewisse Tätigkeiten auch mal zu wechseln und so dem Körper mehr Reize, und weniger von demselben anzubieten. Es kommt zu Koordinationsverbesserungen und das Gehirn lernt und verändert sich mit. Gelenke, Muskeln und Faszien werden in anderen Zusammenhängen genutzt, passen sich entsprechend an, und führen dadurch zu weniger Ungleichgewicht im Körper. Es wird sich am Anfang etwas seltsam anfühlen und sie werden viel länger für Tätigkeiten brauchen, die ihnen „andererseits“ (kommt von der anderen Seite 😉 ) automatisiert von der „Hand“ gehen. Sie werden jedoch rasch besser, denn unser Nervensystem stimmt sich ständig ab. Das Gehirn kriegt über die afferenten (zum Gehirn führenden) Nervenbahnen zu jeder Zeit Feedback und kann so Bewegungen neu lernen und optimieren. Unkontrollierte, ruckartige Bewegungen nehmen ab und werden flüssiger. Das geschieht aber nur, wenn der Reiz (in unserem Fall die Bewegung) auch mehrmals auftritt.

Es ist eine schöne Möglichkeit den Alltag mal etwas zu Entschleunigung und sich in Geduld zu üben. Natürlich ist dieser Wechsel nicht zu jeder Zeit und in jeder Situation angebracht. Ein Chirurg wird bei einer Operation (hoffentlich 🙂 ) nicht auf einmal die andere Hand verwenden um nicht zu einseitig zu werden und sich in neuer Koordination zu üben. Morgens im Badezimmer beim Zähneputzen, Haare kämen, oder beim Rasieren, kann aber auch er einen risikolosen Handwechsel probieren.

Nehmen sie sich Zeit für möglichst vielfältige Bewegungen und machen sie zumindest in ihrer Freizeit nicht immer nur dasselbe!

Mythos Sixpack!

Er ist begehrt und für die meisten Menschen das Symbol für Fitness und Schönheit schlecht hin. Von der Werbung und den Medien zum Statussymbol erklärt, gehen viele Menschen alleine nur seinetwegen mehrmals wöchentlich ins Fitnessstudio, machen Kardiotraining und halten eisern Diät. Dass er jedoch überhaupt nicht natürlich und noch weniger funktional ist, wissen die wenigsten. Er kommt erst richtig zum Vorschein, wenn eine verkrampfte Haltung eingenommen wird, die nicht lange gehalten werden kann und nur zum Posen taugt 🙂 .

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Machen wir einen kurzen Ausflug ins Tierreich um das etwas zu verdeutlichen. Der Gepard ist das schnellste Landtier, er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 – 120 km/h. Möglich ist dies nur durch seine extrem bewegliche Wirbelsäule. Durch diese kann er Energie speichern und im richtigen Moment wieder abgeben.        

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Im Wasser ist der Fächerfisch der schnellste, auch er erreicht kurzzeitig 75 – 110 km/h. Möglich macht das zum einen seine Form, und zum anderen auch bei ihm die Wirbelsäule. Diese bewegt sich allerdings nicht vertikal wie beim Gepard, sondern horizontal. Mit dieser Bewegung treibt er die Schwanzflosse an und erreicht so diese unglaubliche Geschwindigkeit. Bei den Vögeln sind die Wanderfalken die schnellsten, sie erreichen über 320km/h im Sturzflug. Ob diese mit einem Sixpack noch schneller stürzen würde bleibt wohl ein Geheimnis 🙂 . Hätten der Gepard, oder der Fächerfisch einen Sixpack und somit eine verkürzte Vorderseite (besser gesagt Unterseite), wären sie bei der Jagd nicht erfolgreich und würden verhungern.

Der Aufbau und die Funktion der Bauchmuskulatur ist vielfälltig und sie erfüllt sehr wichtige Aufgaben und ist in keinsterweise unnötig. Es gibt die tiefliegende querverflaufende Bauchmuskulatur, die vorwiegend bei der Bauchpresse aktiv ist und eine wichtige Rolle bei der Darmentleerung spielt. Die schrägverlaufende innere und äußere Bauchmuskulatur, die besonders bei einseitigen, oder kontralateralen (gegenläufigen) Rotationsbewegungen beteiligt und auch beim funktionalem gehen und laufen aktiv ist. Und dann gibt es da noch den rectus abdominis (gerade Bauchmuskel) besser bekannt unter dem Namen SIXPACK. Er ist zwar der berühmteste Vertreter der Bauchmuskulatur, jedoch nicht aufgrund seiner Funktion, entspringt am Rippenbogen und zieht zum Schambein. Seine Funktion ist es den Oberkörper zu beugen, oder das Becken hochzuziehen, oder beides gleichzeitig. Dadurch entsteht ein Rundrücken, welcher für gewisse Bewegungen auch Sinn macht. Ist der gerade Bauchmuskel jedoch verkürzt und der Rundrücken somit struktureller Natur, führt diese Position eher früher als später zu Problemen.

Der Bauchraum wird nach oben hin abgegrenzt durch das Zwerchfell, nach unten durch den Beckenboden. Man kann sich das wie einen mit Flüssigkeit gefüllten Schlauch vorstellen. Wird nun die Bauchmuskulatur angespannt, oder ist dauerhaft verkürzt, wird dadurch Druck aufgebaut. Dieser Druck breitet sich nach allen Seiten gleich aus, denn er hat das Bestreben sich der Form einer Kugel anzunähern (physikalisches Grundprinzip). Wodurch es in der Folge dazu kommt, dass sich die Lendenlordose abflacht und dadurch an Dämpfungsfunktion verliert. Das heißt mehr Belastung für den unteren Rücken und die Bildung eines teilweise ansehnlichen Rundrückens.

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Die Schaufensterpuppe auf dem Bild hat eine anatomisch fehlerhafte Struktur, denn hier sehen wir nicht die oben beschriebene Abflachung der Lendenwirbelsäule. Es ist unmöglich bei einer dermaßen verkürzten Vorderseite das Becken in dieser Position zu haben. Kein Mensch kann so aussehen! Der Grund für diese fehlerhafte Darstellung der Skulptur, könnte zum einen an dem Fehlen anatomischer Kenntnisse des Erzeugers liegen. Zum anderen könnte diese falsche Darstellung auch ganz bewusst so gewollt sein. Nachdem diese ja zum Präsentieren von Unterwäsche benutzt wird und sich da ein eingezogener Hintern wohl eher nicht so gut machen würde 🙂 .

Versuchen sie doch mal diese „Pose“ einzunehmen! Stellen sie sich hin, ziehen ihre Schultern ganz weit nach vorne, lassen den Brustkorb in sich zusammen sinken und spannen den Bauch fest an. Und jetzt schauen sie mal wo sich ihr Becken befindet! Es ist nach vorne Richtung Rippenbogen hochgezogen, nicht wahr? (wenn nicht sind sie eine anatomische Ausnahme und ich würde ihnen empfehlen den Schaufensterpuppen-Arzt aufzusuchen 🙂 ). Diese Position fühlt sich weder entspannt, noch natürlich an. Sie können nicht leicht und tief Atmen, noch sich locker und schnell bewegen. Diese „Posen“ sind reines Imponiergehabe! Unabhängig davon ob sie ihre Bauchmuskeln sehen oder nicht, die Muskulatur hat sich zusammengezogen und unterstützt die wirkende Schwerkraft, wodurch ihr Oberkörper noch mehr in sich zusammensinkt.

Ich habe jahrelang als Fitnesstrainer gearbeitet, und bei vielen Kunden stand als Trainingsziel ein Sixpack auf dem Trainingsplan. Wenn dass die Vorgabe ist, muss aus Ergebnisorientierter Sichtweise natürlich der geraden Bauchmuskel trainiert werden. Viele Trainierende sind aber frustriert, weil trotz des vielen Bauchmuskeltrainings auch kein Sixpack sichtbar wird. Die Ernährung, und ein dadurch entsprechend geringer Körperfettanteil spielen dabei nämlich die überwiegende Rolle. Ein geläufiger Spruch unter erfahreneren Fitnesssportlern ist: „Ein Sixpack wird in der Küche gemacht, nicht im Fitnessstudio!“

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Auf diesem Bild sieht man einen entspannten, natürlichen Kinderbauch. Bei Naturvölkern ist auch bei Erwachsenen noch eine solch entspannte, lange Vorderseite zu sehen. Denen suggeriert auch keine Werbung dass sie anders auszusehen haben und deshalb trainieren sie den Bauch auch nicht. Die würden jemand wahrscheinlich zuerst mal fragen ob derjenige Bauchschmerzen hat und ihn aufs WC schicken, wenn sie ihn mit einem eingezogenen verspannten Sixpack sehen würden 🙂 .

Ob sie ein herkömmliches Bauchmuskeltraining absolvieren oder nicht, obliegt natürlich ihnen. Bedenken sie jedoch, dass einseitige immer wiederkehrende Bewegungen (wie 3 mal 15 Wiederholungen) Auswirkungen auf ihren Körper haben und zu Verkürzungen der Körpervorderseite führen. Eine Haltungsverbesserung oder Beseitigung von Rückenproblemen ist aus anatomischer Sicht jedenfalls nicht möglich, sondern das Gegenteil ist langfristig der Fall. Wenn sie jedoch des Status wegen einen Sixpack anstreben, müssen sie den Bauch natürlich auch trainieren und entsprechend Diät halten. Sie wissen jedoch jetzt zumindest, dass eine verkürzte Vorderseite und Verspannungen auf längere Sicht damit verbunden sind.

In diesem Sinne: „Hören sie auf ihren Bauch und spüren sie was ihnen (ihm) gut tut 😉 !“